Aschaffenburg, 23. September 2025

Miteinander, nicht gegeneinander in der Stadt

Innenstadtentwicklung

Der Stadtrat hat das integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) als perspektivischen Handlungsrahmen für die Ausarbeitung öffentlicher und privater Sanierungsprojekte gegen die Stimmen der FDP beschlossen.

Uns ist die Entwicklung der Innenstadt ein Herzensanliegen. Bereits 2018 haben wir eigene Vorstellungen eingebracht, von denen einige erfreulicherweise in das Konzept eingeflossen sind. Dazu zählen die Gestaltung am Herstallturm, an der Kreuzung Herstallstraße/Dalbergstraße/Landing sowie an der Stadthalle. Unser Ziel bleibt es u.a., den Durchgangsverkehr auf die Ringstraße zu lenken und zugleich die Innenstadt für den Autoverkehr erreichbar zu halten.

Wir wollen ein Miteinander aller Verkehrsträger, nicht ein Gegeneinander. Leider setzt das Konzept implizit voraus, den Individualverkehr weitgehend aus der Innenstadt zu verbannen – eine Richtungsentscheidung, die eigentlich erst im Stadtrat getroffen werden müsste.

Ein Beispiel:
Am Hauptbahnhof sollen Modalsperren verhindern, dass Reisende mit dem Auto gebracht oder abgeholt werden. Ersatzlösungen fehlen jedoch. Ohne leistungsfähige Anbindung kann unser Hauptbahnhof seine Funktion als Verkehrshub nicht erfüllen. Zudem ist der Erhalt des ICE-Halts von zentraler Bedeutung. Dafür braucht es eine gute Erreichbarkeit mit dem Auto, zumal wir im Wettbewerb mit Hanau stehen, dessen Bahnhof diese Anbindung bietet. Hier bleibt das Konzept Antworten schuldig.

Darüber hinaus weckt der Maßnahmenkatalog mit rund 50 Projekten große Erwartungen. Angesichts der angespannten Finanzlage der Stadt und geschätzten Kosten von über 60 Millionen Euro ist jedoch absehbar, dass viele dieser Hoffnungen nicht erfüllt werden können.

Für uns gilt: Zukunftsfähige Stadtentwicklung gelingt nur im Dialog und mit realistischen Lösungen – miteinander, nicht gegeneinander.

Karsten Klein, Stadtrat


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