Adelheid Zimmermann
Würzburg, 23. Dezember 2011

Besuch des Asylbewerberwohnheimes in Würzburg

Bezirksrätin Adelheid Zimmermann aus Bad Brückenau und der Würzburger Stadtrat Karl Graf, beide FDP, besuchten das Asylbewerberwohnheim in Würzburg, um sich vor Ort aktuell zu erkundigen. Geführt wurden die beiden FDP-Mitglieder von dem Leiter der Gemeinschaftsunterkunft in Würzburg, Herrn Armin Sauermann.

Alle zugewiesenen Bewerber für Unterfranken kommen von der Sammelstelle in Zirndorf. Jeder, der hier wohnt, erhält einen Unterkunftsausweis. Wie Herr Sauermann mitteilt, haben die wenigsten der Bewerber, die zurzeit aus 40 Nationen stammen, einen politischen Hintergrund. Auch ist zu beobachten, dass die Schwerkranken zunehmen. Die Kosten für die Verpflegung ebenso wie die Gebäudekosten übernimmt die Regierung von Unterfranken.

Das Asylbewerberwohnheim in Würzburg ist mit über 100% (103,3 %) belegt. Das sind bedrängende Zahlen. Knapp 20 % dieser Personen sind Fehlbeleger; d. h., dass

ihr Asylverfahren abgeschlossen ist und sie in eine Wohnung ziehen könnten.

Sehr nachdenklich macht die hohe Zahl von Asylbewerbern (30%), die keine Sachleistungen (Kleidung, Verpflegung, usw.) in Anspruch nehmen und trotzdem über die Runden zu kommen scheinen.

Erfreulich ist, dass alle 81 Kinder den Kindergarten und den Kinderhort besuchen. Diese Leistungen zahlt die Stadt Würzburg. Einen gemeinnützigen Beitrag für die Unterkunft leisten 32 Asylbewerber, und zwar mit etwa 5000 Arbeitsstunden im Monat. Für alle Asylbewerber besteht die Möglichkeit, die deutsche Sprache kostenfrei zu erlernen. Ein großes Freizeitangebot wie z. B. Boxtraining, Schachspiel, Teestunde, Bücherei, Kinderbeschäftigung stehen den Asylbewerbern mit Unterstützung von 13 ehrenamtlichen Gruppen, Vereinen und Verbänden zur Verfügung. Vorbildliche medizinische Versorgung wird durch die Würzburger Missionsärztliche Klinik geleistet.

Was Herrn Sauermann von der Regierung Unterfranken immer wieder Sorgen macht, ist, dass die politischen Auseinandersetzungen des Heimatlandes, z. B. zwischen Christen und Muslimen, auf dem Gelände in der Veitshöchheimer Straße ausgetragen werden. Obwohl der Asylbewerber nach vier Jahren und dem abgeschlossenen Verfahren ausziehen kann, um sich eine eigene Wohnung zu suchen, verbleiben noch ca. 20% der Asylbewerber im Wohnheim. Zurzeit drängen die meisten Asylbewerber aus Afrika nach Deutschland.

Die Regierung von Unterfranken beschäftigt im Asylbewerberwohnheim acht Angestellte und vier Hausmeister.

Als Fazit ziehen Zimmermann und Graf:

Wir sollten es schaffen, den Asylbewerbern Integration anzubieten. Dies für alle mit abgeschlossenem Asylverfahren zu bewerkstelligen, wäre ein weit reichender Erfolg.


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